Samstag, 5. März 2011

Die Göttin einschläfern - Der richtige Zeitpunkt und Ablauf

Es ist schwer zu sehen, wie sie sich dahinschleppt, beim Gehen ständig schwankt und kaum mehr schafft, auf ihre Lieblings-Fensterbank herauf zu springen. Unglücklich erschien sie in den letzten Wochen nicht - obwohl sie immer weniger fraß. Seit gestern ist jedoch klar, dass gerade die letzten Sandkörner durch ihre Lebensuhr rinnen, denn seitdem hat sie ihren Wassernapf kaum mehr angerührt.

Es bricht einem das Herz. Und trotzdem weiß man, dass die Katze spätestens in 12 Stunden Höllenqualen erleiden wird, die das langsame Austrocknen des Körpers mit sich führt.

Die Entscheidung steht an: Will man das Tier sterben lassen oder die Euthanasie (Einschläfern) einleiten lassen, die die letzten Leiden nimmt?

Jeder Fall ist anders


Im Falle der oben beschriebenen Katze (ihr Name was Sheila und sie wurde 21 Jahre alt), ist die Entscheidung klar. Ihr Ende ist abzusehen und vor ihr liegt nichts als Leid, das sich noch gut 2-3 Tage hinschleppen kann. Der Termin beim Tierarzt ist also unvermeidlich.

In anderen Fällen jedoch, sieht es anders aus. Was ist mit Katzen, die erblinden oder inkontinent werden? Was ist mit krebskranken Katzen und solchen, die CNI haben?

In jedem Fall muss der Halter selbst entscheiden - denn er kennt seine Katze am besten - welcher Weg gewählt wird.

Hat die Katze also keine akuten Schmerzen, wie es bei manchen Krebsleiden ist, oder wird sie sich an die Umstände gewöhnen, wie es viele erblindende Katzen tun, besteht kein Grund, die Katze "erlösen" zu wollen.

Tiere jedoch, die es vom Charakter her zu sehr schaffen würde, mit den neuen Umständen umzugehen zu lernen, sind anders. Sie quält es eventuell zu sehr, beispielsweise nie wieder heraus zu können und haben dann demzufolge keine nennenswerte Lebensqualität mehr. Euthanasie kann in Fällen wie diesen sehr wohl eine Erlösung von einem unglücklichen Leben sein.

Bitte führe dir zu Gemüte, dass deine Katze ein Tier ist - also kein kleiner Mensch. Sätze wie "Sie will doch noch nicht sterben" sind nicht angebracht, wenn man sieht, wie sehr die Katze mit sich kämpft. Ebenso unangebracht, wie der Katze die Spritze zu verpassen, bloß weil sie inkontinent geworden ist und eventuell mehr Arbeit bedeutet.

Der Ablauf des Einschläferns


Rufe bei deinem Tierarzt an und vereinbare mit ihm einen Haustermin. Der Großteil der Tierärzte bietet einen solchen Service - manchmal jedoch für einen kleinen Aufschlag. Die oft negativ empfundene klinisch reine Praxis ist nicht der beste Ort für die letzten Minuten einer Mieze.

Kann der Tierarzt nicht zu dir nach Hause kommen, versuche einen Termin außerhalb der Sprechstunde zu bekommen, sodass du und deine Katze ungestört seid.

Versuche, für deine Katze stark zu sein - denn sie kann deine Angst und Traurigkeit durchaus spüren.

Lasse sie die letzten Stunden so leben, wie sie es gewohnt ist und verabschiede dich mental von ihr. Stundenlange Streicheleinheiten sind tröstend für dich und nicht für deine Samtpfote.

Wenn der Tierarzt kommt, solltest du deine Katze auf eine Decke legen und das Formular des Tierarztes unterschreiben, auf dem du ihm versicherst, dass du deine Katze wirklich einschläfern lassen möchtest.

Ob du beim nächsten Schritt bei deiner Katze bleibst, ist ganz alleine deine Entscheidung. Allgemein beruhigt es die Katze jedoch ungemein, wenn ihr geliebter Dosenöffner bei ihr ist.

Der Tierarzt wird nun unruhigeren Tieren zunächst ein Beruhigungsmittel spritzen. Ruhige Tiere bekommen die die Spritze mit dem Barbiturat direkt in die Venen an den Vorderbeinen. Ein Barbiturat ist ein Narkosemittel, welchen als Überdosis der Katze gegeben wird.

Die Katze schläft nun ein, Herzschlag und Atmung kommen zum Erliegen. Sie zuckt eventuell noch kurz, das sind die letzten Kontraktionen der Muskeln und völlig normal - ähnlich dem Zucken, das manche Menschen haben, kurz bevor sie nachts einschlafen. Das Zucken zeigt an, dass auch die letzten Verspannungen gegangen sind - auch die der Schließmuskeln, welshalb es sein kann, das die Katze nach dem Tod noch Kot und Urin ablässt. Auch das ist völlig normal.

Der Tierarzt nimmt nun den Puls der Katze, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich gestorben ist.

Anschließend wird noch die Frage geklärt, ob der Tierarzt die Katze mitnehmen soll oder ob du sie behalten willst, um ihr selbst ein Begräbnis zu geben.

Die Kosten einer Einschläferung


Der Katze einen würdevollen Tod zu bereiten sollte wirklich keine Kostenfrage sein. Normalerweise kostet es heutzutage ab 40 Euro - in vielen Fällen jedoch auch mehr.

Es ist abhängig von den jeweiligen Preisen, die dein Tierarzt nimmt und oft auch von der Frage, ob du deine Katze beerdigst, oder dein Tierarzt den Leichnam mitnimmt.

Bild mit Erlaubnis von budeni.com

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