Samstag, 5. März 2011

Die Göttin einschläfern - Der richtige Zeitpunkt und Ablauf

Es ist schwer zu sehen, wie sie sich dahinschleppt, beim Gehen ständig schwankt und kaum mehr schafft, auf ihre Lieblings-Fensterbank herauf zu springen. Unglücklich erschien sie in den letzten Wochen nicht - obwohl sie immer weniger fraß. Seit gestern ist jedoch klar, dass gerade die letzten Sandkörner durch ihre Lebensuhr rinnen, denn seitdem hat sie ihren Wassernapf kaum mehr angerührt.

Es bricht einem das Herz. Und trotzdem weiß man, dass die Katze spätestens in 12 Stunden Höllenqualen erleiden wird, die das langsame Austrocknen des Körpers mit sich führt.

Die Entscheidung steht an: Will man das Tier sterben lassen oder die Euthanasie (Einschläfern) einleiten lassen, die die letzten Leiden nimmt?

Jeder Fall ist anders


Im Falle der oben beschriebenen Katze (ihr Name was Sheila und sie wurde 21 Jahre alt), ist die Entscheidung klar. Ihr Ende ist abzusehen und vor ihr liegt nichts als Leid, das sich noch gut 2-3 Tage hinschleppen kann. Der Termin beim Tierarzt ist also unvermeidlich.

In anderen Fällen jedoch, sieht es anders aus. Was ist mit Katzen, die erblinden oder inkontinent werden? Was ist mit krebskranken Katzen und solchen, die CNI haben?

In jedem Fall muss der Halter selbst entscheiden - denn er kennt seine Katze am besten - welcher Weg gewählt wird.

Hat die Katze also keine akuten Schmerzen, wie es bei manchen Krebsleiden ist, oder wird sie sich an die Umstände gewöhnen, wie es viele erblindende Katzen tun, besteht kein Grund, die Katze "erlösen" zu wollen.

Tiere jedoch, die es vom Charakter her zu sehr schaffen würde, mit den neuen Umständen umzugehen zu lernen, sind anders. Sie quält es eventuell zu sehr, beispielsweise nie wieder heraus zu können und haben dann demzufolge keine nennenswerte Lebensqualität mehr. Euthanasie kann in Fällen wie diesen sehr wohl eine Erlösung von einem unglücklichen Leben sein.

Bitte führe dir zu Gemüte, dass deine Katze ein Tier ist - also kein kleiner Mensch. Sätze wie "Sie will doch noch nicht sterben" sind nicht angebracht, wenn man sieht, wie sehr die Katze mit sich kämpft. Ebenso unangebracht, wie der Katze die Spritze zu verpassen, bloß weil sie inkontinent geworden ist und eventuell mehr Arbeit bedeutet.

Der Ablauf des Einschläferns


Rufe bei deinem Tierarzt an und vereinbare mit ihm einen Haustermin. Der Großteil der Tierärzte bietet einen solchen Service - manchmal jedoch für einen kleinen Aufschlag. Die oft negativ empfundene klinisch reine Praxis ist nicht der beste Ort für die letzten Minuten einer Mieze.

Kann der Tierarzt nicht zu dir nach Hause kommen, versuche einen Termin außerhalb der Sprechstunde zu bekommen, sodass du und deine Katze ungestört seid.

Versuche, für deine Katze stark zu sein - denn sie kann deine Angst und Traurigkeit durchaus spüren.

Lasse sie die letzten Stunden so leben, wie sie es gewohnt ist und verabschiede dich mental von ihr. Stundenlange Streicheleinheiten sind tröstend für dich und nicht für deine Samtpfote.

Wenn der Tierarzt kommt, solltest du deine Katze auf eine Decke legen und das Formular des Tierarztes unterschreiben, auf dem du ihm versicherst, dass du deine Katze wirklich einschläfern lassen möchtest.

Ob du beim nächsten Schritt bei deiner Katze bleibst, ist ganz alleine deine Entscheidung. Allgemein beruhigt es die Katze jedoch ungemein, wenn ihr geliebter Dosenöffner bei ihr ist.

Der Tierarzt wird nun unruhigeren Tieren zunächst ein Beruhigungsmittel spritzen. Ruhige Tiere bekommen die die Spritze mit dem Barbiturat direkt in die Venen an den Vorderbeinen. Ein Barbiturat ist ein Narkosemittel, welchen als Überdosis der Katze gegeben wird.

Die Katze schläft nun ein, Herzschlag und Atmung kommen zum Erliegen. Sie zuckt eventuell noch kurz, das sind die letzten Kontraktionen der Muskeln und völlig normal - ähnlich dem Zucken, das manche Menschen haben, kurz bevor sie nachts einschlafen. Das Zucken zeigt an, dass auch die letzten Verspannungen gegangen sind - auch die der Schließmuskeln, welshalb es sein kann, das die Katze nach dem Tod noch Kot und Urin ablässt. Auch das ist völlig normal.

Der Tierarzt nimmt nun den Puls der Katze, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich gestorben ist.

Anschließend wird noch die Frage geklärt, ob der Tierarzt die Katze mitnehmen soll oder ob du sie behalten willst, um ihr selbst ein Begräbnis zu geben.

Die Kosten einer Einschläferung


Der Katze einen würdevollen Tod zu bereiten sollte wirklich keine Kostenfrage sein. Normalerweise kostet es heutzutage ab 40 Euro - in vielen Fällen jedoch auch mehr.

Es ist abhängig von den jeweiligen Preisen, die dein Tierarzt nimmt und oft auch von der Frage, ob du deine Katze beerdigst, oder dein Tierarzt den Leichnam mitnimmt.

Bild mit Erlaubnis von budeni.com

Mittwoch, 2. März 2011

Demenz bei Katzen - Hilfe für Seniorenpfötchen

Katzen werden heute rund doppelt so alt wie noch vor 20 Jahren. Grund dafür sind hervorragende tierärztliche Versorgung, besseres Futter und größeres Verständis für die Fellnase.

Eine Schattenseite des Fortschritt ist der längere Lebensabend, den viele Katzen heute durchleben müssen - denn Demenz ist kein Einzelfall, sondern erreicht viele Katzen früher oder später.

Dennoch muss Demenz nicht gleichbedeutend mit Qual und Leid sein, denn der Weg zur großen Regenbogenstraße kann von uns Dosenöffnern mit viel Liebe und Geduld würdig für die alternde Katze gestaltet werden.

Der erste Schritt


Bitte vergewissere dich zunächst, bevor du deine Katze wie einen Demenz-Fall behandelst, ob sie auch tatsächlich dement ist. Hier findest du eine Checkliste: Demenz bei Katzen - Anzeichen.

Dein Tierarzt muss dazu einen großen Bluttest machen und alle ihre Organe und Gelenke durchchecken. Organisches Versagen ist nicht selten die Ursache für demenz-ähnliches Verhalten bei Katzen (genannt sei hier nur die Inkontinenz...).

Hat dein Tierarzt dir bestätigt, dass eine kognitive Dysfunktion bei deiner Katze vorliegt, kann du weitere Schritte einleiten.

Selbstverständlich kann und wird dir dein Tierarzt auch passende Medikamente geben, die die Lebensqualität deiner Katze steigern. Ihren "Verstand" kann der Tierarzt deiner Katze jedoch leider nicht mehr zurückgeben.

Du allerdings kannst deiner Katze helfen, ein Stück weit gegen die Krankheit anzugehen und ihr das bieten, was sie von nun an braucht.

Die weiteren Schritte


Dir stehen eine Vielzahl von Dingen offen, die du tun kannst, um die Lebensqualität deiner Katze wieder zu steigern.

Zuvorkommend sein:
Ihre schwächer werdenden Gelenke (nicht Teil der Demenz, aber eine natürliche Alterserscheinung) müssen nicht stärker belastet werden als nötig. Im Alter deiner Katze bedeutet unnötiges Bewegen nicht mehr, dass eventuell Muskeln aufgebaut werden, sondern, dass Knorpel und Knochen verschlissen werden, was der Katze große Schmerzen bereiten kann.

Daher empfiehlt es sich, ein flaches Katzenklo aufzustellen, in das die Katze einfach hereinkommt. Eine weitere gute Idee ist es auch, noch ein zweites oder drittes zu kaufen, sodass der Weg für die Katze nicht mehr so lang ist.

Sichere und warme Schlafplätze müssen auch in niedrigeren Gefilden erreichbar sein, genauso wie die Futter- und Wassernäpfe. Wenn deine Katze also ein Lieblingskissen hat, kannst du dieses an eine Stelle legen, an die sie leichter kommt.

Gehirnjogging:
Es ist inzwischen (bei Menschen) nachgewiesen, dass ein Gehirn, welches regelmäßig mit Rätseln und Aufgaben jongliert, Demenzerscheinungen verzögert oder gar nicht erst zeigt. Vielen Erfahrungsberichten nach klappt das ebenso bei unseren Samtpfoten.

Clickertraining und leichte Fummelbretter sind gute Übungen für den Geist der Katze und können ihr sehr helfen. Auch sanftes Spielen bietet eine gute Alternative zum dämmrigen Dahin-Sitzen.

Nähe:
Demente Katzen haben Angst und finden sich oft nicht zurecht. Die emotionale Bezugsperson sollte daher einfach für die Katze da sein, wenn sie es braucht - denn oft finden sie nur so aus ihrer Angst heraus und können sich wieder beruhigen.

Zuletzt:
Akzeptiere, dass deine Katze in die Jahre kommt und euch wahrscheinlich ein Abschied bevorsteht. Versuche, ihr ein würdevolles Leben zu ermöglichen, sodass sie glücklich ist. Versuche jedoch nicht, sie zwanghaft in dieser Welt zu halten, denn oft ist Demenz auch mit großen physischen und psychischen Schmerzen verbunden. Wenn du merkst, dass deine Katze am Ende des Weges angelangt ist, solltest du loslassen können.

Bild: CC 2.0 by comedy_nose

Demenz bei Katzen - Anzeichen

Schon seit längerem ist klar: Altersdemenz ist nicht nur uns homo sapiens vorbehalten. Beinahe jeder Säuger hat die Veranlagung, mit voranschreitendem Alter Anzeichen von Demenz zu zeigen - so natürlich auch die geliebte Katze.

Was ist Demenz?


Demenz bedeutet übersetzt so viel wie "ohne Geist". Allerdings verwendet man auch eher die Bezeichnung "kognitive Dysfunktion" für die selben Symptome.

Demenz liefert dabei, wie die meisten Krankheiten, kein einheitliches Krankheitsbild, das bei allen Katzen gleich ist. Demenz kann viele Gesichter haben und bereits bei 10-jährigen Katzen ausbrechen, die scheinbar eine entsprechende genetische Veranlagung dazu haben. Andere dagegen fristen 18 Jahre oder mehr auf diesem Planeten ohne jegliche Anzeichen.

Demenz ist in jedem Fall eine "Zivilisations-Krankheit", denn früher zeigten nur wenige Menschen und noch weniger Tiere die entsprechenden Symptome. Heute jedoch - mit unserer hervorragenden Medizinischen Verpflegung und damit stark erhöhten Lebenserwartung - tritt sie immer häufiger auf.

Typische Symptome bei Altersdemenz


Wie bereits erwähnt. Alle aufgelisteten Symptome können auftreten, müssen es aber nicht, denn bei jeder Katze verläuft die Krankheit anders.
  • Häufiges Miauen: Die Katze miaut/schreit durchdringend und häufig. Ähnlich der Aphasie, die viele demente Menschen erleben. Das Schreien findet vermehrt nachts statt. Es hört sich "hilflos" an.
  • Falsche Wahrnehmung des Raumes: Beispielsweise weiß die Katze nicht genau, wo sie gerade ist und wohin sie will (orientierungslos). Sie verläuft sich oft und sie schätzt Räumlichkeiten falsch ein, sodass sie es nicht mehr schafft, zielgenau auf Fensterbänke etc. zu springen.
  • Gestörtes Verhalten: Sie frisst Dinge, die ungesund für sie sind und scheint Dinge zu wiederholen, die sie "beherrscht", auch, wenn es sinnlos erscheint.
  • Stärkere Angst: Dinge, die sie vorher nur misstrauisch anschaute, flößen ihr nun Angst ein. Das kann sogar in Phobien ausarten.
  • Vergessen: Menschen und Tiere, die ihr eigentlich bekannt waren, erkennt sie nun nicht mehr. Misstrauen und Angst sind die Folge.
  • Ruhelosigkeit: Der Katze fällt es schwer, zu ruhen und läuft ständig überall im Haus herum.
  • Ruhigeres Verhalten: Sehr viele Katzen, werden ruhiger, schlafen mehr und bewegen sich weniger. Sie nehmen die Dinge "gelassener" und scheinen weniger aktiv.
  • Inkontinenz: Die Katze findet immer seltener ihre Toilette, entleert sich kurz vor der Sandkiste oder wacht in ihrem eigenen Urin auf.
  • Depression: Mieze scheint Lebensfreude ein Stück weit verloren zu haben.
  • Wird nicht mehr ernst genommen: In einem Mehr-Katzen-Haushalt verliert die betroffene Katze eventuell ihren Rang, wird von den anderen unterbuttert, manchmal sogar wie ein Kitten behandelt.

Was tun bei Verdacht auf Demenz?


Dir als liebevoller Dosenöffner obliegt es, für das Wohl deines Schatzes zu sorgen. Dazu gehört, dass du, sobald du den Verdacht auf Demenz hast, deine Katze zum Tierarzt bringst und sie dort einmal sehr gründlich durchchecken lässt. Der Tierarzt sollte dabei besonders auf ihre Gelenke achten (Arthrose), sowie ihre Organe (Leber, Niere, Herz, Pankreas) und die Schilddrüsenwerte untersuchen.

In vielen Fällen liegt nicht sofort eine Demenz vor, bloß weil die Katze überall hinmacht (zum Beispiel). Auch organisches Versagen kann die Ursache dafür sein und durch richtige Behandlung beseitigt werden.

Sollte sich dein Verdacht leider bestätigen, kannst du hier nachlesen, wie du deiner Katze ein würdevolles Altern trotz Demenz bieten kannst: Demenz bei Katzen - Hilfe

Bild: CC 2.0 by Barnassus

Mittwoch, 9. Februar 2011

Doppelt glücklich! Eine zweite Katze anschaffen

Es heißt, Katzen seien reine Einzelgänger, denn in der freien Natur treffen sie sich allerhöhstens mal zur Paarung oder um Revier-Streitigkeiten auszutragen. Trotzdem raten immer mehr Tierärzte und Katzen-Experten dazu, Katzen nur im Doppelpack anzuschaffen oder später eine weitere dazu zu holen.

Du hast vermutlich selbst gerade eine Katze und überlegst, ob eine zweite für dich ratsam ist. Dass mehr Faktoren zu beachten sind als Zeit und Geld ist dir sicherlich klar - daher wollen wir dir jetzt helfen, diese anderen Faktoren zu beleuchten.

Warum eine zweite Katze anschaffen?


Die Fellnase ist glücklicher
Entgegen des Katzen-Einzelgänger-Vorurteils sind Katzen durchaus in der Lage, enge Freundschaften zu anderen Katzen zu entwickeln, das ist auch gar nicht unnatürlich, schließlich bilden sich die Freundschaften ungezwungen. Wenn eine zweite Katze im Haus ist, haben beide Katzen immer einen "Ansprechpartner" und jemanden zum spielen und schmusen. Dass das Katzen-Glück dadurch gesteigert wird, ist eigentlich logisch. Und wie auch beim Menschen gilt: Wer glücklich ist, wird seltener krank.

Hilfe gegen Langeweile
Besonders Wohnungskatzen, die keinen Freilauf haben, kennen irgendwann jedes Staubkorn in ihrem kleinen Revier und langweilen sich schnell. Manche Katzen können damit gut umgehen und lösen das Problem, indem sie aus dem Fenster gucken und beobachten. Manche Katzen können das jedoch nicht und lassen ihre Langeweile an den Möbeln aus oder fressen sich dick, weil ja sonst nichts los ist. Eine Zweitkatze bringt Abwechslung ins Haus und beendet die Langeweile.

Beschäftigungstherapie
Manche (vor allem junge) Katzen sind einfach wild. Den ganzen Tag wollen sie beschäftigt werden und können nicht genug herumtoben. Oft wird dann die kurze Zeit, in der die Bezugsperson das Haus verlässt, zur Qual - ist doch niemand da, der den Tiger unterhält. Eine zweite Katze kann einen willkommenen Spielgefährten bringen, sodass auch anhängliche Katzen nicht mehr jede Minute an ihrem Besitzer "kleben".

Ist das nicht mehr Arbeit?
Aus eigener Erfahrung wissen wir: Nein! Es ist tatsächlich allerhöchstens eine Minute pro Tag mehr Arbeit. Die beiden werden in den meisten Fällen zur gleichen Zeit mit dem gleichen Futter gefüttert und das Katzenklo, bzw. die Katzenklos, müssen auch mindestens einmal täglich sauber gemacht werden. Ob die nun ein oder zwei Häufchen enthalten, fällt kaum ins Gewicht.

Was gegen eine zweite Katze sprechen könnte:


Höhere Tierarztkosten
Abgesehen von hin und wieder anfallenden Verletzungen und Krankheiten müssen beide Tiger regelmäßig geimpft und entwurmt werden. Das bedeutet natürlich doppelt so hohe kosten. Für normal verdienende Leute sollten jedoch (unserer Erfahrung nach) diese Standart-Prozeduren kaum ins Geld fallen. Wenn man jedoch ohnehin knapp bei Kasse ist, ist es vielleicht nicht empfehlenswert, wenn man sich einen Zweit-Tiger anschafft, den man dann ärztlich nicht versorgen lassen kann.

Antipathien und Eifersucht
Es kommt natürlich vor, dass manche Katzen einfach nicht zusammen passen. In dem Fall ist ein "Waffenstillstand" das höhste der Gefühle und kleine "Kriege" sind keine Ausnahmen. Solche Fälle, in denen sich zwei Katzen einfach nicht miteinander vertragen haben, können drastisch ausgehen - meistens indem eine der beiden weggegeben wird.
Auch eifersüchtige Katzen können die Anschaffung einer zweiten Katze sehr erschweren. Im Falle einer eifersüchtigen Katze, hat sie nicht gegen den Neuankömmling selbst, sondern dass du Zeit mit einer anderen Katze verbringst. In vielen Fällen kann so ein Eifersuchts-Problem durch Geduld und gerechtes Verhalten gelöst werden.

Was du beachten musst:


Ist deine Wohnung groß genug?
Grundsätzlich brauchen Katzen nicht besonders viel Platz, das ändert sich auch nicht, wenn eine zweite dazu kommt. Das wichtigste ist nicht die Quadratmeterzahl deiner Wohnung, sondern die Möglichkeiten, die du deinen Katzen zum Rückzug bietest. In einem normalen Apartment mit zwei Räumen können zwei Katzen durchaus glücklich werden.

Die monatlichen Kosten
Zwei Katzen fressen mehr als eine. Aus diesem Grund musst du für zwei Katzen pro Monat mindestens 100 Euro aufbringen können, damit du auch anfallende Tierarztkosten begleichen kannst, die dann im Idealfall von dem zurückgelegten Geld bezahlst. Du kannst natürlich auch mehr als 100 Euro für zwei Fellnasen bezahlen, sparsame Halter kommen jedoch auf Fixkosten von 80 Euro für Streu, Leckerlies und Futter.

Neuanschaffungen
Ein zweites Katzenklo, sowie ein eigener Fress- und Wassernapf sind in den meisten Fällen sehr ratsam, da somit jede Katze ihr Revier hat.

Ein Herz und eine Seele
Du willst natürlich, dass deine Fellchen zusammen passen. Den besten Tipp, den wir dir da geben können, ist, eine Katze aus dem Tierheim zu holen, die ungefähr das gleiche Alter hat, wie deine eigene. Die Pfleger im Tierheim wissen oft sehr gut, welche Katze verträglich ist, welche einen ruhigen Charakter hat uns so weiter. Eine andere Möglichkeit ist es, dass du dir eine sehr junge Katze (unter 10 Monaten) holst, denn diese steht bei deiner Katze unter einer Art "Welpenschutz", wenn die ankommt. Dadurch wird sie leichter akzeptiert und ordnet sich der alten Katze unter.

Gesundheit!
Bevor du eine neue Katze bei dir einziehen lässt, muss sie gründlichst vom Tierarzt durchgecheckt werden. Hat sie beispielsweise Giardien, Bandwürmer oder eine ansteckende Krankheit, hast du bald nah dem Einzug niht nur eine Fellnase, die zum Doktor muss. Daher: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wenn du die Katze sofort zu dir nehmen musst, kannst du die bis zur Untersuchung und der anschließenden Auswertung gesondert in einem Raum halten.

Übrigends sollten deine beiden Katzen kastriert sein/werden. Kastrierte Tiere sind ruhiger und fallen seltener durch Revierstreitereien auf.

Die Eingewöhnungzeit
Hast du dir erst einmal eine gesunde, kastrierte Zweitkatze ins Haus geholt steht für einige Wochen erst einmal die schwierige Eingewöhnungzeit an. Während dieser Phase fängt so mancher Besitzer an zu zweifeln, ob das jemals mit den beiden klappen wird.

Gib den beiden daher Zeit, sich zu beschnuppern. Katzen sind Gewohnheitstiere, die manchmal etwas länger brauchen um Veränderungen wie diese zu akzeptieren (und gut zu finden)!

Bild: CC 2.0 by chuckoutrearseats and Eleaf

Freitag, 4. Februar 2011

Das Speck-weg Programm für dicke Katzen

Übergewicht ist Dauerprogramm in Deutschland - leider gilt das inzwischen nicht nur für uns Menschen (wir sind ja selbst Schuld daran!), sondern auch für unsere Haustiere. Ob Ratte, Hund, oder Katze ist da völlig egal. Je nachdem wie man "zu dick" auslegt, sind zwischen 30% und 50% der Haustiere betroffen und haben dabei mehr zu fürchten als "fett" auszusehen.

Warum dicke Katzen abnehmen sollten:

Fettleibigkeit, Übergewicht oder gar Adipositas (extremes Übergewicht) können zu ernsthaften Krankheiten führen, die die Lebensqualität der dicken Samtpfote erheblich einschränken. Genannt seien hier vor allem die bekanntesten:

  • Gelenkverschleiß/Gelenkerkrankungen (Durch die zu starke Belastung von Knochen und Knorpel)
  • Diabetes Mellitus (das Fetthormon Leptin steht in Wechselwirkung mit der Insulin-Regulation)
  • Lebererkrankung (durch Überfettung der Leber)
  • Herz-Kreislauf-Störungen (durch Verfettung der Arterien)
Grund genug, die Katze auf eine Diät zu setzen, nicht wahr?

Das Diät-Programm für dicke Tiger


Grundsätzliches zur Katzen-Diät:
Als sich sorgender Besitzer sollte man wissen, dass Katzen (im Gegensatz zu Hunden) ähnlich schwer von einer Diät zu überzeugen sind wie Kinder... ;) Katzen kann man nicht einfach an die Leine nehmen und sie zu ihrer Bikini-Figur durch mehr Bewegung animieren, viel eher muss schleichend (und hinterhältig!) das Abnehmen erzwungen werden (leider).

Der Körper der Katze ist zudem nicht darauf ausgelegt, Pfunde purzeln zu lassen, sondern behält das Fett so lange wie möglich am Körper. Das liegt daran, dass in freier Wildbahn jedes Gramm Fett kostbar ist und der Katze die Überlebenschancen erhöht. 

Die Diät muss daher über einen längeren Zeitraum geführt werden und zeigt erste Resultate frühestens nach 10 Wochen (zumal 0,5 kg für eine Katze schon viel ist, weil sie ja insgesamt viel weniger wiegen als wir Menschen).

Es gibt auch (seltene aber vorkommende) Krankheiten, die Fettleibigkeit bei Katzen auslösen. Bevor du ans Eingemacht gehst, solltest du daher sicher stellen, dass deine Katze nicht betroffen ist.

Schritt 1: Idealgewicht der Katze berechnen
Die ideale Futtermenge für Katzen liegt zwischen 175 und 400g. Ziemlich große Spanne, nicht wahr? Das liegt daran, dass Kater mehr Futter brauchen als Katzen und Maine Coons (die zuweilen 10kg auf die Waage bringen) mehr brauchen als eine Abessinier Katze, die gerade mal 3kg wiegt.

Schau dir also deine Katze genau an und frage dich, ist die Rasse, der sie angehört, normalerweise schwerer oder leichter als eine Hauskatze? Handelt es sich um eine Katze oder einen Kater? Ist das Tier kastriert (denn kastrierte Tiere brauchen weniger)?

Eine normale weibliche kastrierte Promenadenmischungs-Hauskatze wiegt circa 3kg und braucht daher 180g feuchtes Katzenfutter am Tag, um ein normales Gewicht zu behalten.

Ein normaler kastrierter Hauskatzen-Kater wiegt meistens um die 4kg und braucht daher 200g feuchtes Katzenfutter.

Dein Tierarzt hilft dir sicherlich gerne, das Idealgewicht deiner Katze zu schätzen.

Schritt 2: Der Dosenöffner (Du!) reflektiert sein Verhalten
Nun, da du weißt, wie viel deine Katze eigentlich fressen sollte, beobachtest du, wieviel du ihr tatsächlich gibst. Ja, Leckerlies, Leberwurst, selbstgefangene Mäuse, sowie Fremdfressen beim Nachbarn gehören auch dazu!

Viele Besitzer sind schockiert, wenn sie feststellen, dass ihre Lieblinge noch ein Drittel mehr zu dem gefüttert bekommen, was sie eigentlich fressen sollten.

Schritt 3: Der Wochenplan
Du musst von nun an alle zusätzlichen Fütterungen zu den normalen Fresszeiten weglassen, deiner Katze hilfst du nicht weiter, wenn du Diabetes, Gelenkstörungen etc. durch gut gemeinte Leckerlies förderst!

Das Hauptproblem ist, dass deine Katze eine höhere Futtermenge gewohnt ist, als sie fressen sollte. Und das ist nicht nur eine psychische Sache. Der Körper der Katze vertraut darauf, die gewohnte Nahrungsmenge zu bekommen und reagiert mit kleinen Streiks, wenn du von einem Tag auf den anderen die Futtermenge merkbar reduzierst.

Daher sollte innerhalb von vier bis sechs Wochen die Futtermenge auf das Soll reduziert werden, indem du jede Woche einen Esslöffel Futter mehr weglässt.

Schreibe deinen Wochenplan bitte auf, sodass du nachvollziehen kannst, ob du dich selbst daran hältst.

Beispiel:
Futter gefüttert im Moment: 400g pro Tag
Futtersoll in 6 Wochen: 200g
Woche1: 370g
Woche 2: 340g
Woche 3: 300g
Woche 4: 270g
Woche 5: 240g
Woche 6: 200g

Schritt 4: Bewegung für die Katz'
Zusätzlich zu dem Diät-Programm, wirkt es sich positiv auf deine Katze aus, wenn sie sich bewegt. Wie jedoch kriegt man einen faulen Stubentiger dazu, sich mehr zu bewegen?
  • Mehr Spielen: Animiere deine Katze öfter zum Spielen. Bindfäden, Fellmäuse und so weiter sind deine Freunde! ;)
  • Mehr Denken: Fummelbretter sind ebenfalls ein gelungener Ansatz, die Katze sinnvoll vom Dösen abzuhalten. Denk jedoch daran, die Futtermengen, die du ins Fummelbrett steckst, von der Tagesration abzuziehen, damit das Diätprogramm wirksam ist.
  • Mehr Action: Draußen ist es spannender als drinnen. Wenn du die Möglichkeit hast, öffne die Tür und setze den Tiger vor die Tür. Draußen bewegt er sich zwangsläufig mehr, weil da viel mehr ist als eine warme Heizung mit einem warmen Kissen drauf....

Viel Erfolg beim Abnehmen-Helfen wünscht dir das Katzen-Infos Team!

Bild: CC 2.0 by danperry.com, Yukari*